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1,9 Millionen Euro aus Berlin für Rigi Rutsch’n 2.0

Es ist geschafft! Das Projekt „Gesundheits- und Bäderpark Rigi Rutsch’n 2.0“ in Peißenberg ist in das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ aufgenommen worden – und zwar in höherem Förderumfang als erwartet. Entsprechend groß ist die Freude bei den Verantwortlichen.

Die frohe Botschaft aus Berlin kam gestern Nachmittag um kurz vor 15 Uhr per Presseerklärung: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat, wie es in der Mitteilung heißt, der „Sanierung des Hallenfreibads Rigi Rutsch’n Peißenberg“ eine Fördermittelzusage in Höhe von 1,9 Millionen Euro erteilt. Das sind mehr als 45 Prozent der vom Markt respektive den Gemeindewerken angemeldeten förderfähigen Kosten in Höhe von vier Millionen Euro. Im Peißenberger Rathaus hatte man maximal mit einem Zuschuss von 1,8 Millionen Euro gerechnet.

Bürgermeister Frank Zellner (CSU) war extra nach Berlin gereist, um persönlich bei der Vergabeprozedur dabei zu sein – natürlich inklusive werbewirksamem Fototermin mit CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. „Es ist super gelaufen“, berichtete Zellner auf der Zugrückfahrt nach Peißenberg der Heimatzeitung. „Die Antragsunterlagen waren so gut, dass wir nicht mehr auf Herz und Nieren geprüft wurden.“ Die 1,9 Millionen Euro verschaffen nun bei der Sanierung des Bäderparks den notwendigen Handlungsspielraum – auch für eine neue, größere Rutschanlage: „Das hat bei mir oberste Priorität. Ich freue mich riesig!“, so Zellner: „Mit der sehr hohen Förderzusage des Bundes gelingt uns ein echter Modernisierungsschub für die ‘Rigi Rutsch’n‘. Ich will, dass wir ein attraktives Familienbad realisieren und ein tolles Jubiläum, 40 Jahre Rigi Rutsch’n’ nächstes Jahr feiern können.“ Zellners Dank gilt sowohl den Gemeindewerken, dem Gemeinderat, der den Förderantrag einhellig unterstützt hat, und Dobrindt, der in Berlin Lobbyarbeit betrieb.

Der Bundestagsabgeordnete – selbst Peißenberger – reagierte ebenfalls begeistert von der Förderzusage: „Das ist ein super Tag für Peißenberg und alle Freunde der ‘Rigi Rutsch’n‘“, wird Dobrindt in der Presseerklärung zitiert: „Mit der Förderzusage sorgen wir dafür, dass die, Rigi Rutsch’n 2.0‘ für die Besucher in Zukunft noch mehr Badespaß bietet. Ich freue mich schon auf die Jungfernfahrt und Einweihung der neuen Frank-Zellner-Rutsch’n!“ Nun, ob Dobrindts Wunsch zur Namensgebung in Peißenberg ohne Einwände durchgeht, bleibt abzuwarten. Neben der Rutsche stehen aber noch weitere, große Investitionen im Bäderpark an. Neben der Sanierung der vier Außenbecken, der Instandsetzung der Badtechnik und der Erweiterung der Sanitäranlagen im Außenbereich ist die Einhausung des Nichtschwimmer- sowie des aktuell noch stillgelegten Warmwasserbeckens geplant. Damit sollen die Becken ganzjährig genutzt werden können.

Geplant wird das Sanierungsprojekt unter der Regie der Gemeindewerke, die den Bäderpark betreiben. Das Kommunalunternehmen hat bereits auch die Antragsunterlagen für das Bundesförderprogramm inhaltlich ausgearbeitet. Und finanziell übernehmen die Werke den Löwenanteil. Unter dem Strich wird das KU über 2,3 Millionen Euro stemmen, während sich der Markt mit 460.000 Euro beteiligt.

KU-Chefin Ingrid Haberl freute sich über die Höhe der Förderzusage: „Das ist wunderbar. Mit der Summe machen wir mit dem Bäderpark ganz erhebliche Fortschritte.“ Aber warum war die Werkleiterin eigentlich nicht in Berlin mit dabei? Die Nachbargemeinde Peiting fuhr wegen der Eisstadion-Fördermittel gleich mit drei Vertretern in die Bundeshauptstadt. Doch Haberl erfuhr erst am Tag vor der Abreise per Zufall von Zellners Berlin-Trip: „Ich war nicht informiert und auch nicht eingeladen“, so Haberl auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Bericht: Bernhard Jepsen
Presse: Weilheimer Tagblatt

Die geplanten Investitionen im Überblick

Folgende Maßnahmen stehen auf der Investitionsliste sollte die Förderung bewilligt werden:

• Sanierung von vier Schwimmbecken: Demnach sollen das Nichtschwimmer- und Warmwasserbecken komplett mit Edelstahlwannen ausgerüstet werden. Am 25-Meter Becken sowie am Sprungbecken sollen nur die Beckenköpfe in Edelstahl ausgeführt werden.

• Ersatzaustausch der großen Rutsche: Fließt die Maximalförderung aus dem Bundesprogramm, dann soll die Rutsche um etwa ein Drittel größer respektive länger werden als die Bestandskonstruktion.

• Sanierung der Badtechnik: Unter anderem besteht Handlungsbedarf im Bereich der Lüftungsanlage.

• Einhausung von zwei Außenbecken zur Ermöglichung einer ganzjährigen Nutzung: Geplant ist, das Nichtschwimmer- und Warmwasserbecken mit mobilen Glasmodulen einzuhauen. „Wir brauchen mehr Kapazität in der Wintersaison“, erklärt Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl. Das Innenbecken ist aktuell voll ausgelastet – unter anderem durch die Reha, den Saunabetrieb, Seniorenschwimmen, diverse Gesundheitsgruppen und durch Kinder-Schwimmkurse. „Wir sind im Innenbereich total dicht und haben keine halbe Stunde mehr frei“, so Haberl. Die Einhausung soll den Bäderpark zudem im Sommer wetterunabhängiger machen.

• Errichtung von barrierefreien Sanitär- und Umkleideeinrichtungen im Außenbereich.